Brač – eine Insel, die mit dalmatinischem Charme verführt

Brač – eine Insel, die mit dalmatinischem Charme verführt

Die Nordküste der Insel Brač bildet eine nautische Oase, die erst in den letzten Jahren nach und nach von den Nautikern entdeckt wird. Denn nur wenige Segler richten Ihren Bug auf diesen Teil der Insel aus; allen übrigen Seefahrern, die im Bann der Reiseziele wie Hvar, Vis und der Blauen Grotte stehen, bleibt all jenes vorenthalten, was die zurückhaltenden Küstengebiete von Brač zu bieten haben. Das liegt auch daran, dass diese Insel wegen vieler bestehender Fährverbindungen an zwei Stellen fast schon als Teil des Festlands angesehen wird. Weil sie von einem Großteil der Nautiker eher umfahren wird, hat die Insel Brač ihren dalmatinischen Charme bewahrt, der heutzutage an manchen Orten schon verlorengegangen ist.

 

Der einzige berechtigte Grund, diesen Teil der Adria zu meiden, sind die kräftigeren Winde aus dem I. und IV. Quadranten. Der Küstenbereich von Brač bietet bei solchen Wetterbedingungen keinen sicheren Schutz, deswegen muss man vor dem Auslaufen in dieser Richtung die Wettervorhersage gut mitverfolgen. Andererseits bietet dieser malerische Teil der Insel den Besuchern außer harmonischen Städtchen, authentischen Museen, einfallsreich gestalteten Themenwanderwegen und gastronomischen Leckerbissen auch das Wertvollste wie auf dem Präsentierteller: das spontane lokale Erlebnis.

 

Sutivan ist ein außergewöhnlicher Ort, der sich scheinbar um den kleinen Hafen ausgebreitet hat, in dem überwiegend lokale kleine Boote anlegen – ein freier Liegeplatz am neu eingerichteten Hafendamm grenzt schon an einen Hauptgewinn im Lotto. Sutivan ist ein Ort, den Häuser in Form von Türmen und richtigen kleinen Palästen zieren.

 

Weitere Merkmale sind die Palmenallee und der jahrhundertealte Stadtpark, die Katakomben und viele andere Sehenswürdigkeiten, die am besten auf dem Lehrpfad „Lied am Meer“ zum Vorschein kommen. Der Geist von Sutivan, wie er von seinen Einwohnern genannt wird, ist noch markanter als die wunderschönen Blickfänge dieser Ortschaft.  Am besten wird er durch den Namen, die Kreativität und die Energie des Extremsportfestivals „Vanka regule” („Über die Regeln hinaus“) zum Ausdruck gebracht. Heute zeigt Sutivan stolz eines der besten Hotels in Kroatien vor, das sich vollständig in das Stadtzentrum integriert hat, was zu seiner weiteren Attraktivität beitrug.

Ivo Biočina

Auch im nahegelegenen Podmirci gibt es einen kleinen Hafen, doch wegen des Mangels an sicheren Anlegestellen gilt die Anfahrt über das Festland als weitaus sorglosere Variante. Das Museum der Olivenölherstellung ist auf jeden Fall einen Besuch wert, und Mirca als Heimatort des Olivenanbaus sollte man auf dem attraktiven Wanderpfad „Maslinovi puti” („Wege der Oliven“) kennenlernen.

Supetar wird durch zahlreiche Fährlinien fest mit Split verbunden. Als Haupthafen der Insel ist der Ort durch Stadtgewühl und Trubel geprägt. Als nautisches Reiseziel wurde der Ort erst unlängst entdeckt. Dies ist sicherlich dem Anstieg der kommerziell verfügbaren Liegeplätze zu verdanken – derzeit sind es etwa dreißig.

Dalmatien, wie es einst war

Die „betastbaren“ Schönheiten dieser Stadt lernt man am besten durch die themenbezogene Tour „Ein Tag mit Rendić“ kennen. Ivan Rendić war der erste moderne Bildhauer Kroatiens, der seinem Geburtsort zahlreiche Denkmäler stiftete, die man sich auf jeden Fall ansehen sollte. Danach kann man die Geschichte von Supetar am schönsten abrunden, indem man die Gastronomie, Kultur und Lebensart dieser Gegend kennenlernt – und dabei hilft eine weitere themengebundene Geschichte, die „Dolce Vita“.

 

Brač hat sich übrigens als Ort des Steins und der Steinmetzbetriebe weltweit einen Namen gemacht. Wenn Sie mit Ihrem Boot an den Küstenorten angelegt haben, können Sie die Steinmetzbetriebe und Geschäfte, die diese Kunstfertigkeit auf der Insel bewahren konnten, im Landesinneren besuchen.

Die nächste Perle dieser schönen Perlenkette von Brač ist Splitska; Nautikern wird der Besuch dieser Ortschaft auf jeden Fall empfohlen. Einen sicheren Liegeplatz findet man im Hafen dieses harmonischen Städtchens, das mit Steinhäusern und einem Kiefernwald besticht. Bei Nordwinden ist das Ankern in der Nachbarbucht Zastup eine hervorragende Alternative. Hier befindet sich auch das Familienschloss, dem es zu verdanken ist, dass Splitska die Piratenangriffe vom Meer aus abwehren konnte.

Splitska ist nur zwei Kilometer vom märchenhaften, etwas tiefer im Inneren der Insel liegenden Škrip entfernt. Das ist der älteste und authentischste Ort der Insel Brač, in dem eines der außergewöhnlicheren Museen Kroatiens zu finden ist, nämlich das Museum der Insel Brač. Darüber hinaus ist der römische Steinbruch Rasohe auf jeden Fall einen Besuch wert.

Aus diesem Steinbruch stammt der Stein, der zum Bau des in die UNESCO-Liste des Welterbes eingetragenen Diokletianpalasts in Split verwendet wurde.

Nina Škunca

Postira ist der Inselort, der die Merkmale des Fischerorts am besten bewahrt hat. Sein Wahrzeichen ist die Fischkonservenfabrik und sein auffallendstes Symbol die „Kleine Nachtregatta“.

Diese Mitte August abgehaltene Regatta der besonderen Art wird von dem lokalen Nachtwind „ „Gažul“ angetrieben. Das Erlebnis wird abgerundet durch Mozarts „Kleine Nachtmusik“, die im Hintergrund ertönt.

 

Für Nautiker wurden in Postira etwa zwanzig neue Liegeplätze eingerichtet, und diese Zahl soll auch weiter erhöht werden. Postira ist aus dem Hafen des nahegelegenen Ortes Dol hervorgegangen, der nicht nur durch sein unverfälschtes Erscheinungsbild besticht, sondern auch ein wahres Paradies für Feinschmecker und Weinkenner ist.