Top-Weine aus Kroatien

Top-Weine aus Kroatien

Im Raum der kroatischen Weinregionen werden zahlreiche internationale Sorten angebaut, doch man schenkt auch den autochthonen Rebsorten Aufmerksamkeit, die eine Entwicklung der Weinidentität Kroatiens ermöglichen.

 

Zu ausgezeichnetem Essen trinkt man am besten Spitzenweine, an denen es in Kroatien wahrlich nicht mangelt, wobei sie von den Winzern nicht nur aus den gängigen internationalen Rebsorten erzeugt werden, sondern auch aus autochthonen Sorten, die mehr und mehr in den Vordergrund geraten und es wert sind, vor dem Vergessen bewahrt zu werden. Wenn von den bekanntesten Sorten die Rede ist, die in Kroatien angebaut werden, dann lässt sich sagen, dass jede Region zumindest eine Sorte hat, die besonders geschätzt wird und aus der Winzer mit viel Hingabe Weine aller Preisklassen erzeugen. Nachfolgend führen wir die bekanntesten Rebsorten an, die auf kroatischem Boden angebaut werden.

 

Graševina (Welschriesling)

Die Graševina, international auch unter den Bezeichnungen Welschriesling, Laški Rizling, Riesling Italico, Olaszriesling oder sogar Grašica bekannt, ist eine internationale Rebsorte, die außer in Kroatien auch in zahlreichen andern Ländern Mittel- und Osteuropas angebaut wird. Sie wird von den Winzern und Weinbauern gerne gepflanzt, weil sie ergiebig und widerstandsfähig gegen Rebstock-Krankheiten ist und jahrein jahraus gleichmäßige Ernteerträge bringt. Traditionellerweise wird sie am meisten in Slawonien und im Donaugebiet angebaut und passt gut zu fettreicheren Speisen, die für die slawonische Küche charakteristisch sind. Bei uns wird diese Sorte überwiegend im Weingebiet von Kutjevo angebaut, wie auch an den Südhängen der Gebirgszüge Papuk und Krndija, doch sie wird auch mit großem Erfolg bis ganz in den Süden Kroatiens und in Konavle angebaut. Der Vorteil der Graševina liegt darin, dass aus dieser Rebsorte verschiedene Weintypen erzeugt werden können, was den Winzern die Möglichkeit gibt, mit Weinstilen zu spielen. So findet sich auf dem Markt alles Mögliche, von frischen und mineralischen Welschrieslingen, bis zu den komplexen Typen von der Spätlese oder sogar von der Trockenbeerenauslese und Eisernte, die süße und aromatische Prädikatsweine ergeben, die man als Aperitif oder zu Süßspeisen trinkt.

 

Malvazija Istarska (Weißer Malvasier von Istrien)

Obwohl der Malvazija Istarska nach der größten istrischen Halbinsel benannt wurde und als einer der autochthonen Weine Istriens gilt, ist sein genauer Herkunftsort nicht vollständig geklärt. Diese Rebsorte wird im gesamten Raum von Istrien angebaut, aber auch in den Nachbarländern Slowenien und Italien. Die Sorte wächst üppig und ist ertragreich, sie trägt meist Trauben, die mittelstarke und starke Weine mit einem hohen Alkoholgehalt, gemäßigter Säure und blumigen und fruchtigen Aromen ergeben. Aus dieser weißen Rebsorte werden drei Basisweintypen erzeugt, nämlich die Basisversion von etwas geringerer Qualität, die für den zeitnahen Genuss bestimmt ist, der frische Malvasier, der das Qualitätsprädikat IQ ( Istrian Quality) trägt, aus hochwertigeren Weintrauben hergestellt wurde und eine Haltbarkeitsdauer von bis zu drei Jahren hat, und der gelagerte Malvasier, der frühestens zwei Jahre nach der Weinlese auf den Markt kommt und eine Haltbarkeit von mehreren Jahren hat.

 

Plavac Mali

Der Plavac Mali, auch als nur Plavac, aber auch als Plavac Mali Crni und unter ähnlichen Bezeichnungen bekannt, ist eine beliebte autochthone Rebsorte, deren Herkunft im Mittel- und Süddalmatien liegt, wo sie auch die am häufigsten angebaute Sorte ist. Die Reben des Plavac Mali gedeihen am besten an den dem Süden zugewandten Hängen, und das sind die Lagen Dingač und Postup auf Pelješac, Sveta Nedjelja, Zavala und Ivan Dolac auf Hvar sowie Murvica auf der Insel Brač. Diese Sorte reift spät, gedeiht gut auf herausfordernden Böden und ist widerstandsfähig gegen Rebstock-Krankheiten. Der Plavac Mali von der Lage Dingač war der erste Wein, der im Raum des heutigen Kroatiens als Spitzenwein eine geschützte geographische Herkunftsangabe erhalten hat, und das schon im Jahr 1961. Der Plavac Mali als Sorte ergibt starke, geschmackvolle Weine mit einem hohen Alkoholgehalt, aber auch leichtere und fruchtige Weine, die meistens auch in einer annehmbaren Preisspanne liegen.

 

Žlahtina

Die Žlahtina oder Žlajtina ist eine autochthone weiße Rebsorte aus dem kroatischen Küstenstreifen, deren Hauptanbaugebiet auf der Insel Krk liegt, und zwar im Vrbnik-Feld, wo die Vrbnička Žlahtina , der bekannteste Wein dieser Rebsorte, erzeugt wird, der auch eine geschützte geographische Herkunftsangabe trägt. Die Žlahtina gilt als ertragreiche Sorte und ergibt einen klaren, trockenen Wein von goldgelber Farbe mit fruchtigem Aroma, ausgeprägter Mineralität und leichter Salzigkeit. Der Wein ist von mittlerer Stärke, sehr süffig und hat einen harmonischen Geschmack. Die Žlahtina ist nicht nur eine Weintraube, sondern auch eine wohlschmeckende Tafeltraube mit fleischigen Beeren und fester Haut. Die Hauptmerkmale des aus dieser Rebsorte erzeugten Weins kommen in den ersten zwei Jahren am besten zur Geltung, was vermuten lässt, dass der Žlahtina kein Wein ist, der länger gelagert werden sollte. Obwohl er als Wein mit kurzer Haltbarkeit erachtet wird, ermöglicht der Žlahtina auch die Herstellung von Schaumweinen durch Gärung im Tank.

 

Pošip

Pošip , Pošip Bijeli, Pošipak und Pošipica – so nennt man diese autochthone weiße Rebsorte von der Insel Korčula, die aber auch auf den Inseln Lastovo und Mljet zu finden ist. Die Sorte Pošip gedeiht am besten auf sandigem Boden und vor Winden geschützt. Sie ist ertragreich und hat große Trauben, die einen hochwertigen und schmackhaften Wein ergeben. Der trockene Wein mit ausgeprägten Aromen nach getrockneten Aprikosen und Feigen hat eine goldgelbe Farbe und einen Alkoholgehalt zwischen 12 und 13 Prozent. Die aus der Rebsorte Pošip erzeugten Weine zeichnen sich durch einen charakteristischen Duft und einen erhöhten Säuregehalt aus und eignen sich hervorragend zum Archivieren und Lagern. Die Rede ist übrigens von einer der ältesten und geschätztesten weißen Rebsorten, die mit Korčula in Verbindung gebracht wird, weil sie hier von jeher angebaut wird. Gerade dieser Wein von der Lage Čare auf Korčula war es, der 1967 zum ersten kroatischen Weißwein mit geschützter geographischer Herkunftsangabe wurde, und er wird auch heute noch sehr geschätzt. Mehr noch, der Pošip als Sorte gewinnt in den südlichen Gebieten immer mehr an Bedeutung, so dass er von Jahr zu Jahr zunehmend auch außerhalb der Inseln angebaut wird, auf Rebflächen, die auch in anderen Orten überall in Dalmatien angelegt werden.

 

Babić

Der Babić ist eine autochthone rote Rebsorte, die überwiegend in Dalmatien angebaut wird. Die Sorte trägt Trauben, die dunkle und dicke, schmackhafte und überaus angesehene Weine ergeben. In Kroatien ist er auch unter den Bezeichnungen Šibenčanac, Babica, Babičević, Roguljanac und Pažanin bekannt. Die Sorte teilt sich in zwei verbreitete Varianten auf, den Babić Veliki und den Babić Mali. Die Babić-Reben unterscheiden sich durch die Größe der Trauben. Die aus Babić Mali erzeugten Weine enthalten meistens mehr Süße und Alkohol und haben einen kräftigeren Körper. Der Babić hat mittelgroße, dunkelblaue Beeren; er zeichnet sich durch eine dünne und weiche Haut und saftiges Beerenfleisch aus. Zu den Lagen, an denen der Babić am besten gedeiht, gehören Jasenovik, Strana, Kremik, Bucavac und Trovrh in der Umgebung von Primošten, wo der Babić bereits seit den Anfängen des Weinbaus in diesem Raum angebaut wird. Er gedeiht auch in den Weinbaugebieten von Kaštela, im Šibeniker Hinterland und auf der Insel Brač. Der Babić ist ein Wein mit höherem Säure- und Alkoholgehalt und stärker ausgeprägten Tanninen, deswegen eignet er sich gut zu langem Lagern und Archivieren.

 

Frankovka (Blaufränkisch)

Die Frankovka ist eine rote Rebsorte, die in Europa bereits seit Jahrhunderten angebaut wird und einen süffigen Rotwein mit angenehmer Säuerlichkeit ergibt. Aus dieser ertragreichen Sorte kann man einen Wein von Spitzenqualität erzeugen; deswegen gewinnt sie in den letzten Jahren immer mehr an Beliebtheit. Ihre Hauptanbaugebiete liegen im kontinentalen Kroatien, und zwar in Slawonien, in der Moslavina und auf der Plešivica. Angebaut wird sie auch an der Küste und in Istrien, wo sie unter der Bezeichnung Borgonja bekannt ist. Von den in Kroatien angebauten Frankovka-Sorten wurde der Frankovka von Ilok als Spitzenwein ausgezeichnet. Der Blaufränkisch ergibt zunächst fruchtigere, leichte und lebhafte Weine. Mit der weiteren Reifung gewinnt er an Eleganz, und einzelne aus dieser Sorte erzeugte Weine können jahrelang gelagert werden. Seine unverkennbaren Merkmale sind die rubinrote Farbe und sein Geschmack, der als fruchtiges Aroma in Richtung reifer Kirschen und Brombeeren beschrieben wird.

 

Traminac (Traminer)

Der Traminer ist eine Rebsorte, die, wie man annimmt, aus Italien und den Tiroler Alpen stammt. Er teilt sich in die zwei häufigsten Variationen auf – den Roten Traminer, wobei die charakteristische Farbe seiner Trauben namensgebend war, der goldgelbe und mittelstarke Weine ergibt, die der Kategorie der halbtrockenen Weine zugehören, und den Gewürztraminer, der einen Wein mit ausgeprägtem Rosen- und Marzipanaroma ergibt und in die Kategorie der halbtrockenen oder süßen Weine einzustufen ist. Der Anbau des Traminers wird für den Donauraum, Slawonien, die Moslavina, das Prigorje, die Plešivica, das Pokuplje und für die Regionen Zagorje und Međimurje empfohlen. In Kroatien hat sich der Traminer aus Ilok einen besonderen Namen gemacht, denn er wurde sogar bei britischen königlichen Anlässen gereicht. Der Traminer wird wegen seines betont würzigen Aromas oft abgeschrieben. Er zeichnet sich durch einen hohen Alkohol- und niedrigen Säuregehalt aus, weswegen sein charakteristisch süßer Geschmack besonders zum Ausdruck kommt.

 

Rajnski Rizling (Weißer Riesling)

Der Rajnski Rizling ist eine weiße Rebsorte aus dem Rheintal in Deutschland, die in den nördlichen Weinbaugebieten Europas gedeiht. Es handelt sich um eine späte Sorte, die nach einer langsamen Reifung die besten Resultate bringt, wenn die Trauben den nötigen Zucker angesammelt haben, doch gleichzeitig ist auch Säure vorhanden. Sie ergibt Weine mit einem fruchtigen und blumigen Aroma, die eben deswegen auch einen erhöhten Säuregehalt aufweisen. Der Rajnski Rizling wird im Nordwesten und Südosten Kroatiens angebaut, doch das gesamte kroatische Binnenland hat ein Potential für den Anbau dieser internationalen Sorte. Aus dem Weißen Riesling erzeugen kroatische Winzer Qualitäts- und Spitzenweine, vor allem in Kutjevo, Feričanci, auf der Plešivica und in Međimurje, wo die Klimabedingungen diesem Rieslingstyp entgegenkommen.

 

Chardonnay

Chardonnay ist eine beliebte weiße Rebsorte, die aus Burgund in Frankreich stammt und sich mit der Zeit über die ganze Welt verbreitet hat. In Kroatien bauen die Winzer diese Sorte in Nordwest- und Nordostkroatien, aber auch in Istrien und an der kroatischen Küste an. Ihre Beliebtheit verdankt die Sorte Chardonnay den ausgeglichenen Ernteerträgen wie auch dem neutralen Geschmack, der den Winzern die Gelegenheit bietet, die Sorte zur Erzeugung verschiedener Weinstile zu verwenden. Denn Klima, Bodenbeschaffenheit und Lage der Weinbauflächen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Anbau der Sorte. So nehmen die Trauben auf, was ihnen von der Umgebung beziehungsweise von dem Terroir geboten wird. Obwohl sie überwiegend zur Herstellung erfrischender Weine mit Betonung auf fruchtigen Aromen verwendet wird, ist Chardonnay eine weitere Sorte, die Weine ergibt, die sich zur Herstellung von Schaumweinen eignen.