Die besten autochthonen Speisen in Kroatien

Die besten autochthonen Speisen in Kroatien

Autochthone kroatische Speisen gibt es viele, und sie schmecken alle besser, wenn sie in Gesellschaft verspeist werden, ganz gleich, ob sie aus einfachen und billigen Lebensmitteln oder aus wertvollen Fleischstücken zubereitet wurden.

Die kroatische traditionelle Küche ist reich und bietet viel Abwechslung, und die Kochbücher stecken voller Rezepte, die sich durch eine sparsame und kluge Verwendung von Lebensmitteln auszeichnen, die den fleißigen Hausfrauen zur Verfügung standen. Von Slawonien bis zur Baranja, über Zagorje und Lika, Istrien und das Kvarner-Gebiet bis zu Dalmatien und dem Hinterland von Dubrovnik – es fällt schwer, einzelne Spezialitäten und autochthone Gerichte besonders hervorzuheben, die Sie probieren müssen, aber machen wir doch den Anfang mit den folgenden zehn Speisen.

Fladenbrot von Komiža - Komiška Pogača

Komiža flat bread
MAJA DANICA PEČANIĆ

Das Fladenbrot von Komiža ist eine aromatische Salzspeise, die ihren Namen einer kleinen Ortschaft auf der Insel Vis verdankt, nämlich der charmanten Ortschaft Komiža am Fuß des Berges Hum. Da es sich um einen Ort mit einer weit in die Vergangenheit zurückreichenden Fischereitradition handelt, verwundert es nicht, das die autochthone Speise dieser Ortschaft Salzfisch enthält, der von jeher in den Fischerorten der kroatischen Adria hergestellt wird. Den Grundbestandteil des Fladenbrots von Komiža bildet der Hefeteig, der mit einer Kombination aus roten Zwiebeln, frischen Tomaten oder Pelati, Salzfisch wie etwa Sardellen oder Sardinen, Gewürzen und Kapern nach Wunsch gefüllt wird. Das Fladenbrot von Komiža wird gewöhnlich in quadratische Stücke geschnitten. Seine reiche Füllung macht es saftig und markant, und es eignet sich hervorragend für eine Zwischenmahlzeit, oder sogar als Hauptspeise. Da es sich um eine Salzspeise handelt, sind Rotwein oder sogar Bier die idealen Begleiter. Nach einem langen, in der Sonne verbrachten Tag schenkt Ihnen eine Schnitte dieses sättigenden Fladenbrots wieder frische Kraft.

Soparnik-Kuchen

Soparnik
MAJA DANICA PEČANIĆ

Ein weiteres einfaches, aber wertvolles Rezept, das in das Verzeichnis der geschützten Ursprungsbezeichnungen und der geschützten geographischen Angaben eingetragen wurde, ist der Soparnik aus der ehemaligen Republik Poljica, ein dünner Kuchen aus Teig, Mangold und Zwiebeln, der bereits seit Jahrhunderten traditionsgemäß in Dalmatien hergestellt wird. Der Soparnik stammt aus dem Gebiet um den Mosor-Gebirgszug östlich von Split. Wegen der bei seiner Zubereitung verwendeten billigen Zutaten galt der Soparnik auch als Fastenspeise, die oft am Karfreitag, zu Heiligabend oder vor Allerheiligen serviert wurde. Der Soparnik ist eine salzige Speise, die auf einer offenen Feuerstelle, dem „Komin“, gebacken wird. Der Kuchenteig kommt auf einem Backblech direkt auf die Glut und wird von oben mit Asche bedeckt. Der Soparnik ist fertig, wenn er goldbraun geworden ist. Nach dem Backen im Komin wird die Asche entfernt. Vor dem Servieren wird der Soparnik mit Olivenöl bestrichen, in das zuvor ein durchgepresster Knoblauch für ein zusätzliches Aroma und herzhaften Geschmack gegeben wurde.

Topfenstrudel Štrukli aus Zagorje

Štrukli from Zagorje
MAJA DANICA PEČANIĆ

Topfenstrudel Štrukli aus Zagorje

Die traditionelle Spezialität der kroatischen Region Zagorje, die Štrukli oder Štruklji aus Zagorje, wurden in jedem Haushalt aus Zutaten zubereitet, die man immer zur Hand hatte. In dem Wunsch, die Štrukli aus Zagorje als autochthone kroatische Speise zu schützen, wurde die Kunst ihrer Zubereitung in das Register des immateriellen Kulturerbes der Republik Kroatien eingetragen. Die Štrukli können auf zweierlei Art und Weise zubereitet werden, durch Kochen und Backen, als Salz- oder Süßspeise. Der mit Kuhkäse gefüllte Teig kommt bei beiden Methoden zum Einsatz, doch während die in Salzwasser gekochten Štrukli beim Servieren mit zerflossenem Schmalz übergossen und mit angeschwitzten Semmelbrösel bestreut oder in einer aromatischen Suppe serviert werden können, werden die überbackenen Štrukli vor dem Backen noch zusätzlich mit Rahm übergossen. Die schmackhaften Štrukli erfreuen alle Generationen. Ganz gleich, welche Zubereitungsart Sie wählen, sie können nichts falsch machen!

Blattkohlrouladen Arambašići aus Sinj - Sinjski Arambašići

Arambašići
MAJA DANICA PEČANIĆ

Auch wenn sie dem allseits beliebten Wickelkrautkgericht Sarma ähneln, sind die Arambašići aus Sinj im Grunde genommen kleinere Rollen aus Kohl- oder Sauerkrautblättern, gefüllt mit einer Mischung aus Rind- und Schweinefleisch. Ein bekanntes Sprichwort von Sinj besagt, dass „das Kraut die Arambašići macht“, und damit wird die Bedeutung des Sauerkrauts bei der Zubereitung dieser Speise unterstrichen, die traditionell in der Cetinska Krajina zubereitet wird, einem Teil des Hinterlandes von Dalmatien, in dessen Raum sich auch die Stadt Sinj befindet. Die Kohlblätter werden mit kleingehacktem Fleisch gefüllt, das nicht gemahlen, sondern mit einer kleinen Axt zerkleinert wird. Der Mischung werden noch zu kleinen Stücken geschnittener Speck, geschmorte Zwiebeln, kleingehackter Knoblauch und Petersilie sowie geriebene Zitronenschale dazugegeben. Die Arambašići werden zusammen mit Trockenfleischstücken oder Speck sowie mit geschnittenen Sauerkrautblättern gekocht. Diese sättigende und schmackhafte Speise ist eine belebende Mahlzeit, wenn die regnerischen Herbsttage beginnen; noch besser schmeckt sie, wenn sie bei einem Glas lokalen Rotweins genossen wird.

Grüner Gemüseeintopf aus Konavle - Konavoska Zelena Menestra

Green Stew from Konavle
TZ OPĆINA KONAVLE

Der Grüne Gemüseeintopf aus Konavle gilt als autochthones Gericht des Raums um Dubrovnik. Es wurden historische Aufzeichnungen aus dem fernen 15. Jahrhundert entdeckt, in denen dieser Eintopf als Spezialität der Gemeinde Konavle Erwähnung findet. Zur Zubereitung des Grünen Gemüseeintopfs von Konavle verwendete man mehrere Trockenfleischsorten sowie Grün- und Weißkohl, Kartoffeln und Wirsing. In diesem Eintopf fand sich an Trockenfleisch immer das, was zu dem Zeitpunkt gerade verfügbar war. So kochte man Rippchen, Eisbein, Schweinskopf, trockenes Schafsfleisch ( Kaštradina), Bauchspeck, dalmatinischen Schinken und seinen Knochen, sowie die eine oder andere Wurst. Den Grünen Gemüseeintopf aus Konavle ließ man vor dem Servieren immer ein wenig stehen. Wenn man sich schließlich an den Tisch setzte, achtete man besonders darauf, dass in jedem Teller verschiedene Fleischsorten und gekochtes Gemüse vorhanden waren. Das letzte Detail war der frisch geriebene Meerrettich, der direkt in den Teller kam und so das salzige Fleisch und das gekochte Gemüse mit seiner Herzhaftigkeit herrlich abrundete.

Zagreber Schnitzel - Zagrebački Odrezak

Zagreb Schnitzel
CROCHEF

Eine der bekanntesten Speisen Zagrebs, der Hauptstadt Kroatiens, ist das Zagreber Schnitzel, das seine Popularität bei der Bevölkerung der wohlschmeckenden Kombination aus Zutaten, Texturen und Geschmäcken verdankt. Das Zagreber Schnitzel ist im Grunde genommen ein paniertes, mit Schinken und leicht schmelzbarem Käse gefülltes Kalbsschnitzel - somit eine opulentere Version des Wiener Schnitzels. Obwohl es heute auch aus anderen Fleischsorten wie Schweinefleisch, Putenfleisch oder Hähnchenfleisch hergestellt wird, gilt das Kalbfleisch als Grundzutat dieses traditionellen Rezeptes. In Restaurants wird das Zagreber Schnitzel mit einer Zitronenscheibe serviert, da diese Säure hervorragend zum panierten Fleisch passt, und die häufigsten Beilagen sind Pommes Frites oder Risi e bisi, gekochtes Reis mit Erbsen.

Schmutzige Makkaroni aus Dubrovnik - Dubrovački Šporki Makaruli

Šporki makaruli from Dubrovnik
TZ DUBROVNIK / NIKŠA RAGUŽ LUČIĆ

Die schmutzigen Makkaroni aus Dubrovnik ( Dubrovački Šporki Makaruli) sind ein schmackhaftes Nudelgericht mit Fleischsoße, das oft zum Fest des Schutzherren Dubrovniks, St. Blasius, zubereitet wurde. Es stammt aus einer Zeit, als die besten Fleischstücke aus der schmackhaften Soße den Mitgliedern der Dubrovniker Aristokratie vorbehalten waren, während die letzten Teller der sogenannten Makaruli an ihre treuen Diener gingen. Die zu den hausgemachten Makkaroni gereichte Fleischsoße wurde auf Rind- oder Kalbfleischbasis zubereitet, je nach dem, was gerade verfügbar war. Die fleischlosen Makkaroni, die nur mit Soße bedeckt waren, bezeichnete man als befleckt oder „verschmutzt“ („ šporkani”), und gerade diesem Ausdruck hat dieses traditionelle Gericht seinen spezifischen Namen zu verdanken.

Maiskuchen - Kukuruzna Zlevka

Corn-flour zlevka
Maja Danica Pečanić

Maiskuchen - Kukuruzna Zlevka

Der Maiskuchen Kukuruzna Zlevka oder Zlevanka ist ein einfaches Gericht, hergestellt aus hochwertigen heimischen Zutaten, die man immer in den Speisekammern der Hausfrauen aus dem Norden Kroatiens finden konnte. Den Kuchen findet man am häufigsten in Međimurje, Zagorje und in der Drauregion (Podravina), aber auch auf den Tischen in Slawonien und der Region Moslavina, wo auf den weiten Feldern regelmäßig Mais angebaut und in Mühlen zu reichem Maismehl verarbeitet wurde. Die Zlevka ist eine Speise, die sich im Nu in einen Nachtisch verwandeln lässt, indem man Äpfel, Walnüsse oder Marmelade hinzugibt, oder man verzehrt sie einfach als Salzgericht, je nach den Wünschen und Möglichkeiten der Familie, von der sie zubereitet wird. Sie ist sättigend, kalorienreich und schmackhaft, und da sie warm und kalt gleichgut schmeckt, kann die Zlevka ein leckeres Frühstück, ein schneller Happen zwischendurch oder ein leichtes Abendessen sein. Zu verschiedenen Fleischspeisen kann sie auch das Brot ersetzen.

Brot aus Lika

Lika bread
Maja Danica Pečanić

Für die Herstellung dieses knusprigen und warmen Brotes besorgten die Hausfrauen aus Lika Vollkornmehl, das auf althergebrachte Weise produziert wurde, durch das Mahlen von Getreide zwischen zwei Steinen in den Wassermühlen. Meist wurde es aus Maismehl hergestellt, und anfangs wurde es an der Feuerstelle unter Asche und Glut gebacken; mit dem Erscheinen der Ascheglocke entwickelte es sich zu einer besonderen Spezialität. Nach der Abkühlung schnitt man das frisch gebackene hausgemachte Brot in Scheiben und bestrich es mit Schweineschmalz oder tauchte es in gewürztes Olivenöl; es ist eine ideale Beilage zu Fleischgerichten.

Hirteneintopf - Čobanac

Čobanac
Maja Danica Pečanić

Nach einem anstrengenden Tag auf dem Feld, auf der Weide und im Forst nährt den Körper und Geist nichts besser als ein warmer und schmackhafter Čobanac, das slawonische Löffelgericht, das in einem Kessel oder einem großen Topf zubereitet wird. Es gilt als Speise der slawonischen Weiden, und dieser Eintopf wurde von Hirten (Čoban oder Pastir) als sättigendes und nahrhaftes Fleischgericht zubereitet, das mehrere Stunden lang auf dem Feuer köchelte. Der Čobanac enthält meistens mehrere Fleischarten, in erster Linie Schweine- und Rindfleisch, doch es können auch Wild oder sogar Lammfleisch dazugegeben werden. Eines der Hauptmerkmale dieses Gerichts ist sicherlich sein scharfer Geschmack, der nicht nur von dem Paprikapulver kommt, sondern auch von den dazugegebenen getrockneten scharfen Peperoni. Ein Teil des Charmes dieser Spezialität liegt in der langen Zubereitungszeit und in der Geselligkeit am offenen Feuer mit dem darüber hängenden Kessel, aus dem es raucht, während der Raum um die Feuerstelle von den Düften der Gewürze und des gebratenen Fleisches erfüllt wird.