Zagreb Region

Zagreb Region

Wiege der Fahrradgeschichte Kroatiens und urbane Radfahroase

Bezüglich des Fahrrads hat alles Ende des 19. Jahrhunderts in Zagreb begonnen. Bereits 1867 brachte der Zagreber Kaufmann Ladislav Belus die damalige Pariser Sensation, das Michaux-Zweirad, von der Pariser Weltausstellung mit. Damit wurde die Tür für die ersten Fahrräder im weiteren Zagreber Raum und in Mittelkroatien geöffnet. Anfang der 1880-er Jahre „rollten“ die Menschen in Zagreb, aber auch in Karlovac, Jastrebarsko, Samobor, Varaždin und Koprivnica bereits.

 

In Zagreb wurde im Juni 1885 die Erste kroatische Radfahrer-Gesellschaft gegründet. Dieses Datum wurde als Beginn des Fahrradsports in Zagreb und Kroatien angenommen. Im selben Jahr druckte die neugegründete Gesellschaft das kleine Regelwerk – Fahrvorschriften. Im darauffolgenden Jahr wurde das erste Rennen mit Niedrig- und Hochfahrrädern (das so genannte Velociped) rund um den Zrinjevac-Platz gefahren. Der Ertrag daraus war für den Bau des Kroatischen Nationaltheaters vorgesehen.

 

Da die Zahl der Fahrräder in Zagreb ständig wuchs, bot der unternehmerische Zagreber Schlosser Ivan Dirnbacher bereits 1890 außer seinen Schlosserdienstleistungen einen Reparaturservice für Fahrräder an. Im Jahr 1896 wurde er der Eigentümer der ersten Zagreber Fabrik, in dessen Betrieb „Zweiräder aller Arten“ repariert wurden. Täglich wurde in Zagreb mehr und mehr Fahrrad gefahren und der Radsport erhielt in den Jahren Ende des 19. Jahrhunderts einen kräftigen Aufschwung durch die Einrichtung von Rennstrecken in Zagreb: um den Roosevelt-Platz, durch die Koturaška Straße, die bis heute ihren von Koturalo = Fahrrad abgeleiteten Namen trägt, sowie im Maksimir, an Stelle des heutigen Stadions.

So verbreitete sich das Radfahren zunächst aus Zagreb heraus im kontinentalen Kroatien, durch den Gorski kotar zum Primorje (Küstenland) und nach Istrien, danach südlicher durch die Lika nach Dalmatien. Der erste Verband kroatischer Radfahrer wurde im Jahr 1894 in Zagreb gegründet, und die Mitglieder kamen aus ganz Kroatien: Fahrradklubs aus Karlovac, Sisak, Varaždin, Samobor, Osijek, Križevci, Koprivnica, Ludbreg und Požega. Man begann mit der Popularisierung und Promotion der besten Fahrradrouten. Im Jahr 1892 entstand die erste von Ivan Mihelić erstellte Radwegekarte Kroatiens und Slawoniens, die im Kroatischen Sportmuseum in Zagreb aufbewahrt wird.

 

Hinsichtlich der Wurzeln des Fahrradtourismus und der Verbindung mit Zagreb gebührt dem Reisenden und Abenteurer auf dem Fahrrad, dem Zagreber Kaufmann und Schlosser Ferdinand Budički (1871 – 1951) ein bleibendes Verdienst. Er setzte in Wien sein eigenes Fahrrad zusammen und legte damit 1897 17.323 km zurück, wobei er fast ganz Europa und Nordafrika bereiste. Zu seinen Ehren hat die Hauptstadt Kroatiens heute das Museum Ferdinand Budički in der Halle der stillgelegten Fabrik Pluto eingerichtet, das seinen drei Leidenschaften gewidmet ist: dem Fahrrad, dem Motorrad und dem Automobil.

 

Heute ist Zagreb eine echte Fahrradstadt. Seit 2013 braucht man für den Besuch Zagrebs nicht mehr sein eigenes Fahrrad mitzubringen, weil das öffentliche Fahrradsystem NextBike Zagreb eingeführt wurde. Räder kann man schnell an einer von zwanzig städtischen Stationen leihen und zurückgebeneuteH. Die Fahrradinfrastruktur ist in allen Stadtteilen erkennbar. Die Radwege bilden jedoch noch kein ganzheitliches Stadtnetz und manchmal ist es notwendig, zusätzliche Möglichkeiten auf weniger befahrenen, schöneren und ruhigeren Straßen sowie auf Dämmen und in Parks zu nutzen.

Lidija Mišćin

Am schönsten ist es, die Oase Zagreb mit dem Fahrrad zu besuchen, wie beispielsweise den Park Maksimir oder die Seen Jarun und Bundek , die der Stadt einen besonderen Charme und ein entspanntes Flair verleihen. Dabei stellt der Fluss Save, der 562 km durch Kroatien fließt, eine Schlüsselverbindung, aber auch eine Trennlinie durch die Stadt in den alten und neuen Teil dar. Auf dem Flussdamm kann man ungestört von Brücke zu Brücke, vom Bundek-See bis nach Podsused und umgekehrt fahren.

 

Joško Fabris

Hier bietet sich auch das Gebirge Medvednica (1033 m) an, das das nördliche Hinterland der Stadt bildet und ihre „grüne Lunge“ ist. Seit 1981 ist die Medvednica als Naturpark geschützt. Eine geführte Tour mit dem E-Bike wird jedem eine sichere Ankunft auf den Gipfel ermöglichen, oder wenigstens bis zur mittelalterlichen Festung Medvedgrad oder bis zur Höhle Veternica. Es werden geführte Touren durch die Unterstadt (Donji Grad) und über den Fluss Save bis Novi Zagreb angeboten, ebenfalls ein unvergessliches Erlebnis.

Wo Sie den städtischen Raum mit Fußgängern und anderen Verkehrsteilnehmern teilen, seien Sie bei der Fahrt besonders vorsichtig und rücksichtsvoll, dann wird Ihre Radfahrt durch Zagreb sicher, schön und überaus unterhaltsam sein.