EuroVelo und andere internationale Fahrradrouten in Kroatien

EuroVelo und andere internationale Fahrradrouten in Kroatien

Das EuroVelo-Radroutennetz in Kroatien

 

Kroatien ist in das Netz der EuroVelo-Radrouten ( www.eurovelo.com) integriert, das den gesamten europäischen Kontinent miteinander überzieht. Die in ganz Europa markierten Routen können von Touristen auf Ausflügen und mehrtägigen Reisen genutzt werden sowie auch von der lokalen Bevölkerung, die sich täglich mit ihren Rädern auf den kürzeren Abschnitten der EuroVelo-Routen fortbewegen oder sie auf Tagesausflügen frequentieren. Im EuroVelo-Netz, das in Gänze bis 2020 fertiggestellt sein wird, befinden sich 15 Radrouten durch 42 europäische Staaten mit einer Gesamtlänge von über 70.000 km.

Lidija Mišćin

Vier EuroVelo-Routen durchqueren Kroatien:

  • EuroVelo 6 (Atlantischer Ozean – Schwarzes Meer, bekannter als Donau-Route)
  • EuroVelo 13 (Route des Eisernen Vorhangs)
  • EuroVelo 8 (Mediterrane Route) und
  • EuroVelo 9 (Ostsee – Adriatisches Meer)

 

In Vorbereitung ist die neue Save-Route von der Quelle bis zur Mündung dieses Flusses, der durch drei Hauptstädte fließt: Ljubljana, Zagreb und Belgrad.

Die Donau-Route (EV 6) durchquert in einer Länge von 138 km den nordöstlichen Teil Kroatiens entlang des Flusslaufs der Donau. Auf kroatisches Gebiet trifft sie bei der ungarischen Stadt Mohača am Grenzübergang Duboševica. Sie führt weiter durch die Baranja, die Orte Draž, Batina (an der Donau mit Memorial-Komplex „Batinska bitka“ /Schlacht von Batina/ und Unterkunft), Zmajevac (mit einer Straße der Weinkeller – den Surduks) und Suza (Fahrrad-Camp), wo sie links abbiegt zum Naturpark Kopa čki rit. Bei der Fahrt mit dem Rad würde sich anbieten, Attraktionen wie das Schloss Tikveš, das Öko-Zentrum und das Hostel Zlatna Greda, das Besucher-Empfangszentrum in Kopačevo sowie den Campingplatz und Agrotourismus-Objekte in Kopačevo und Bilje zu besuchen. Die Route führt auf der lokalen Straße durch das Gebiet des Naturparks, durch die Orte Mirkovci, Sokolovac, Kozjak und das Podunavlje bis zum malerischen Kopačevo.

 

Durch dieses Gebiet führt auch die Radroute Pannonischer Weg des Friedens Osijek – Sombor (75 km). Aus Kopačevo führt die Route fort durch Bilje, vorbei am Schloss des Eugen von Savoyen und der Bike-friendly-Unterkunft bis zur Stadt Osijek an der Drau mit barocker Festung, Museen, Galerien, Parks, Unterkünften, zoologischem Garten, Drau-Fähre – Kompa und Draustrand – RC Copacabana. Weiter geht es durch Nemetin und Sarvaš bis Aljmaš, wo die Drau in die Donau mündet. Aljmaš ist Wallfahrtsort der Muttergottes der Zuflucht und bietet Unterkünfte. Dann führt die Route durch die Orte Erdut mit bekanntem Weinberg, Weinstraße, Festung über der Donau und Unterkunft, sowie Dalj an der Donau mit dem Geburtshaus von Milutin Milaković, dem Wissenschaftler, Astronomen und Geophysiker von Weltruf. Auf der Borovo-Route gelangt man zur Stadt Vukovar an der Donau, der „Heldenstadt“ mit dem Vučedolkultur-Museum, dem Schloss Eltz, dem Ausflugsort Adica, der Sandinsel und dem Strand Vukovarska ada sowie dem Denkmal des Vaterländischen Krieges. Die EV6 setzt sich durch Sotin, Opatovac (Unterkunft), Šarengrad (Ausflugsort an der Donau)fort und kommt nach Ilok, der befestigten Stadt an der Donau mit Museum und Schloss Odescalchi, dem Iloker Weinkeller und den Weinbergen Principovac mit Unterkunft, wo sie Kroatien verlässt.

Die Route des Eisernen Vorhangs – Iron Curtain Trail (EV 13) kommt von Ungarn über den Grenzübergang Gola nach Kroatien. Es gibt auch die Möglichkeit, über den Grenzübergang Gori čan nach Međimurje zu kommen und dann Donji Kraljevec, den Geburtsort und das Geburtshaus von Dr. Rudolf Steiner, dem Philosophen und Vater der Anthroposophie und des biodynamischen Landbaus, zu besuchen. Die Route verläuft durch idyllische međimurische, podravinische und slawonische Ortschaften am Fluss Drau bis zur StadtDonji Miholjac, wo sie Kroatien kurz verlässt, um beim Grenzübergang Baranjsko Petrovo Selo wieder zurückzukehren. Sie verläuft im nördlichen Teil der Baranja, verlässt bei Batina an der Donau wieder Kroatien und führt weiter nach Serbien. Diese längste EuroVelo-Route führt durch 20 europäische Staaten mit einer Gesamtlänge von über 10.400 Kilometern. Die Länge der Route durch Kroatien beträgt etwa 240 km.

Josip Tomaić / TZG Senj

Die Mediterrane Route (EV 8) ist mit etwa 1000 km die längste EuroVelo-Route durch Kroatien. Sie führt entlang der Küste von der Region Istrien bis zur Region Dubrovnik durch sieben touristische Regionen Kroatiens, und schließt teilweise die Lika, das Dalmatinische Hinterland und die Inseln mit ein. Im Augenblick wird an der Entwicklung und Förderung der Mediterranen Route auf der Ebene europäischer Staaten im Rahmen des Projektes der Europäischen Union „MedCycleTour“ für den Zeitraum von 2017 – 2020 gearbeitet.

Route Ostsee – Adriatisches Meer (EV 9) von Danzig bis Pula in einer Gesamtlänge von 1930 km. Durch Kroatien führt sie auf einer Länge von etwa 80 km von der slowenischen Grenze Sečovje/Plovanija bis zur Stadt Pula in Istrien. Sie ist die kürzeste EuroVelo-Route, die durch Kroatien führt, aber die einzige die in Kroatien endet und zwar in der schönen antiken Stadt Pula ( www.pulainfo.hr). Von der slowenischen Grenze führt sie über die Trasse der bekannten Parenzana, der ehemaligen Schmalspureisenbahnstrecke von Triest nach Poreč ( www.parenzana.net).

 

Sonstige internationale Fahrradrouten in Kroatien

 

Außer der EuroVelo-Route führen überaus interessante und attraktive internationale Fahrradrouten durch Kroatien. In Mittelkroatien und Slawonien gibt es zwei interessante Flussrouten, die Mur- und die Drau-Radroute (www.visitmedimurje.com/bike) die von den Quellen aus Österreich bzw. aus Slowenien nach Kroatien kommend, dem Lauf der beiden Flüsse folgen. Beide sind sehr beliebt und gern befahrene Radrouten.

 

Die Mur-Route kommt am Grenzübergang Gibina/ Bukovje (Sveti Martin na Muri) nach Međimurje (Kroatien) und führt etwa 70 km am Fluss Mur entlang, überquert mit der Fähre den Fluss und weiter durch die Ortschaften Žabnik (mit Mühlenweg und Mühle an der Mur), Mursko Središće (mit Bergbautradition und Unterkunft), Peklenica (erste Erdölbohrung der Welt), Križovec, Podturen (mit Abzweigung zur Stadt Čakovec), Domašinec, Donji Hrašćan, Hodošan (mit Abzweigung nach Donji Kraljevec mit Dr.-Rudolf-Steiner-Zentrum und seinem Geburtshaus, Unterkunft und Stadt Prelog mit Dubrava-See, einer Marina, Barockkirche und Unterkunft), Goričan, Draškovec, Sveta Marija (Zentrum für Spitzenherstellung), Donji Vidovec (Unterkunft) und Donja Dubrava. Bei Legrad mündet die Mur in die Drau, außerdem gibt es das zoologische (ornithologische) Sonderreservat Veliki Pažut, das zum größten grenzübergreifenden UNESCO-Biosphärenreservat Mur – Drau – Donau gehört. Hier endet die Mur-Radroute formal, aber man kann auf der Drau-Route und auf der EV 13 weiter durch Kroatien fahren.

 

Die Drau-Route kommt über den Grenzübergang Središće ob Dravi/Trnovec nach Kroatien. Die Drau fließt in einer Länge von insgesamt 725 km von Italien durch Österreich, Slowenien, Ungarn und Kroatien, wo sie in die Donau mündet. Durch Kroatien fließt sie auf einer Länge von 305 km. Die Route führt zunächst durch das Gebiet der Gemeinde Nedelišće (Gornji Hrašćan – Pušćine – Gornji Kuršanec) in Međimurje bis zur Barockstadt Varaždin (mit Schloss, Kirchen, Museen, Galerien, Unterkunft, Špancirfest) und weiter am Varaždiner See, am Kanal und Dubrava-See entlang bis nach Prelog (mit Barockkirche, Bike-friendly-Hotels und dem benachbarten Donji Kraljevec – dem Geburtsort von Dr. Rudolf Steiner). Sie setzt sich am Nordufer des Dubrava-Sees fort durch Donji Vidovec (Unterkunft) bis zur Mündung der Mur in die Drau bei Legrad (Unterkunft und zoologisches Sonderreservat Veliki Pažut).  Weiter geht es auf der kombinierten Trasse der EuroVelo 13 und der Drau-Route, die sich teilweise völlig überlappen, kurz voneinander abweichen und sich wieder vereinen. Die Route führt weiter durch die Ortschaften Đelekovec, Torčec, Peteranec, dann durch Koprivnica (Fahrradfreilichtmuseum, Unterkunft) nach Hlebine (Galerie naiver Malerei) und Molve (Kirche, naive Malerei). Am Grenzübergang Gola kommt die Route EuroVelo 13 aus Ungarn nach Kroatien und führt weiter über Ždala, Novo Virje, Ferdinandovac, Podravske Sesvete nach Pitomača (Unterkunft). Sie führt an Križnica (geschützte Naturlandschaft an der Drau und Ausflugsort, zu dem man mit der Fähre oder über die Hängebrücke gelangt). Durch die Orte Bušetina und Turanovac wird die Fahrt fortgesetzt bis Kapel Dvor (mit Kurie Janković, Heritage-Hotel und Fahrrad-Informationszentrum an der Straße Virovitica – GP Terezino Polje). Die Route führt weiter durch Lukač und Gradina bis Budakovac und auf dem Damm an der Drau entlang bis Noskovačka Dubrava (Hostel Dravska priča mit Voranmeldung). Anmerkung:  Beim Ort Kapinci kann man die Route verlassen und vom Damm nach Süden durch die Orte Kapinci, Vaška und Novaki zur Pustara Višnjica – EDEN-Destination gelangen (Bike-friendly-Hotel und ökologischer Gemüseanbau). 

Ivo Biočina

Nach Noskovačka Dubrava folgt die Fahrt auf einem etwas verkehrsintensiveren Teil der Route, auf der Straße durch Čađavica, Podravska Moslavina und Viljevo bis Donji Miholjac (mit Schloss, Park und Unterkunft).

Hier verabschiedet sich die EuroVelo 13 nach Ungarn, und die Drau-Route setzt sich fort durch Sveti Đurađ, Podgajci, Podravska Moslavina, Črnkovci und Gat bis Belišće an der Drau (mit Schloss und Unterkunft) und durch die Nachbarstadt Valpovo (mit Schloss und Unterkunft) sowie durch das nahegelegene Bizovačke Toplice (10 km). Die Route bis zur Stadt Osijek führt durch Ladimirevci, Satnica, Petrijevci, Josipovac und Višnjevac. In Osijek der Fahrradstadt Slawoniens sollte man einen ganzen Tag oder zwei Tage verbringen (Museen, Galerien, Parks, barocke Festung, Zoo, Drau-Fähre – Kompa, Drau-Strand – RC Copacabana). Der nahe Naturpark Kopački rit ist gut mit dem Rad zu erreichen – Besucherzentrum Kopačevo, Schloss Tikveš, Öko-Zentrum und Hostel Zlatna Greda, Campingplatz und Agro-Tourismusobjekte in Kopačevo, Schloss des Eugen von Savoyen in Bilje. In der Baranja und im Naturpark Kopački rit verbinden sich zwei EuroVelo-Routen (EV 13 und EV 6). Von Osijek aus führt die Route weiter durch Nemetin, Sarvaš und Bijelo Brdo bis Aljmaš, wo die Drau in die Donau mündet (Wallfahrtsort mit Unterkunft und Erduter Weinstraße) und wo die Drau-Radroute formal endet. Man kann aber auf der Trasse der EuroVelo 6 die Donauroute bis Vukovar und Ilok fortsetzen (siehe Beschreibung der Route EV 6).

 

Im Kontinentalteil Kroatiens gibt es ebenfalls eine Nord-Südwest-Fahrradverbindung, den Internationalen Fahrrad-Korridor Plattensee – Adria (Projekt BA Biking; www.kub.hr).

 

Durch Slawonien und die Baranja führt die erste 75 km lange internationale Nachkriegs-Radroute, der Pannonische Weg des Friedens zwischen Osijek und Sombor in der Vojvodina (Serbien) ( www.tzbaranje.hr/UserFiles/file/biciklizam/panaonski-put-mira.pdf ).

Aleksandar Gospić

Unter den Fahrradtouristen wird die Fahrt auf der so genannten Greenway-Route auf der Trasse der ehemaligen Schmalspurbahn vom Anfang des 20. Jahrhunderts immer beliebter. Die 80 km lange Trasse Parenzana – Weg der Gesundheit und der Freundschaft von Triest nach Poreč/ Parenza ( www.parenzana.net) war die erste im Küstenteil Kroatiens, eine überaus beliebte radtouristische Route, die durch die schönsten Gebiete Istriens führt.

 

Noch in der Entwicklung befindet sich die Greenway-Route auf der stillgelegten Eisenbahnstrecke des Zugs „Ćiro“ zwischen Mostar und Konavle. Geplant ist auch die Revitalisierung der Bahnstreckentrasse Bjelovar – Veliki Grđevac (Zentrum Mato Lovrak) – Garešnica, die so genannte Lovrak-Radroute.