So grün, aber so gefährlich

So grün, aber so gefährlich

Gefährliche Pflanzen in der Natur, die wir nicht anfassen dürfen

Wenn Sie zu jenen gehören, die wärmere Tage kaum abwarten können, weil Sie mehr Zeit in der Natur verbringen, das Grün genießen, Pilze sammeln und Heilkräuter und genießbare Pflanzen und Früchte sammeln wollen, dann sind Sie in Kroatien genau richtig!

 

Während Sie von Ihren grünen Plänen und der Zubereitung gesunder Mahlzeiten und Getränke träumen, seien Sie vorsichtig, bevor Sie sich auf das Pflücken von Pflanzenmaterial einlassen. Informieren Sie sich gut, denn Fehler können unangenehm werden, manche sogar lebensgefährlich.

 

Vielleicht gehen Sie davon aus, dass Sie eine Pflanze nach ihrer Beschreibung oder einem Foto erkennen werden, doch gerade darin liegt die Gefahr, denn man kann sich leicht irren. Deswegen ist bei folgenden Pflanzen Vorsicht geboten:

 

Häufig kommt es bei der Zeitlosen zu einer Verwechslung, einer krautigen Pflanze, die zu den tödlichsten Pflanzen Kroatiens gehört, weil sie dem genießbaren Bärlauch ähnelt, der als natürliches Antibiotikum verwendet wird.

Die Zeitlose wächst an feuchteren Gebirgswiesen und Weiden. Im Frühling sprießen die Blätter, und im Herbst schmückt sie sich mit rosa Blüten, die ähnlich aussehen wie Krokusse.

Giftig ist die ganze Pflanze, aber ganz besonders der Samen und die Zwiebeln.

 

Das Tollkraut ist eine krautige Pflanze, die in felsigen Buchenwäldern wächst, wie auch an feuchten Abhängen und auf Humusböden. Im Mittelalter wurde es zu Zauberzwecken und zur Herstellung von Liebestränken verwendet.

Ivančica Horvatić

Der Efeu ist eine verholzende Kletterpflanze, die wild wächst und auf Bäume, Steine, Mauern und verschiedene andere Unterlagen klettert.

Er hat charakteristische dunkelgrüne Blätter, grünlich-gelbe, kreisförmig angeordnete Blüten und blaue Früchte. Obwohl alle Teile des Efeus giftig sind, insbesondere die Früchte, wird er zu medizinischen und kosmetischen Zwecken verwendet.

 

Das Schwarze Bilsenkraut ist eine krautige Pflanze, die im Mittelalter zur Betäubung und zur Herstellung von Liebestränken verwendet wurde; heute findet sie bei der Behandlung von Asthma Anwendung. Zu erkennen ist es an dem wolligen Stängel, den langen dunkelgrünen Blättern und den gelb-violetten Blüten. Es hat einen unangenehmen Geruch und wächst als Unkraut an trockenen und sonnenbeschienenen Stellen am Straßenrand, auf Ackern und verwahrlosten Grundstücken. Alle Teile dieser Pflanze sind giftig!

 

Passen Sie auf, dass Sie keine Hundspetersilie pflücken, denn sie kann leicht mit Petersilie, Kümmel oder Dill verwechselt werden. Sie wächst auf Wiesen, auf Äckern und an Bächen entlang. Charakteristisch sind der hohe Stängel, die gefiederten Blätter und in der Blütezeit die kleinen weißen Blüten. Vorsicht, alle Teile der Hundspetersilie sind giftig!

 

Eine der bekanntesten strauchartigen Halbschmarotzer, die in den Kronen verschiedener Nadel- und Laubbäume wachsen, ist die Mistel. Zu erkennen ist sie an den kugelrunden weißen oder gelblichen Beeren, die giftig sind, wobei der Grad der Giftigkeit vom Baum, an dem die Pflanze parasitisch wächst, abhängig ist. Andererseits, wie es bei jedem Gift der Fall ist, hat auch diese Pflanze bei geringer Dosis eine große Heilkraft.

 

Obwohl er in Gärten und Parkanlagen oft als Zierpflanze verwendet wird, darf man nicht vergessen, dass der Blaue Eisenhut, eine schöne Pflanze mit violetten Blüten, als eine der giftigsten Pflanzen in Kroatien gilt. Giftig sind alle ihre Teile.

Charakteristisch für diese krautige Pflanze sind die gefiederten Blätter und die in einen traubigen Blütenstand dicht beieinander stehenden Blüten. In der Natur wächst der Blaue Eisenhut an feuchten Biotopen der Gebirgsgegenden.

Der Gewöhnliche Seidelbast ist ein sommergrüner Strauch, der zu den geschützten und gefährdeten Pflanzen der kroatischen Flora gehört. Zu erkennen ist er an den spiralenförmig angeordneten länglichen Blättern und den rosa Blüten, die angenehm riechen, so dass er häufig als Zierpflanze genutzt wird. Er wächst auf fruchtbaren und lockeren, mit Kalk und Humus angereicherten Böden. Die Früchte sind am giftigsten, und einige in der Pflanze enthaltene Verbindungen haben eine kanzerogene Wirkung. 

Allen bekannt ist der Oleander, der wegen seiner Widerstandsfähigkeit, seins einfachen Anbaus und seiner Farbenvielfalt gerne in Gärten und Parkanlegen angepflanzt wird.

Alle Teile dieser mediterranen strauchartigen Schönheit sind äußerst giftig; selbst das Einatmen des Rauchs eines brennenden Oleanders kann Probleme verursachen.

 

Schon der Name des Gift-Wasserschierlings mahnt zur großen Vorsicht. Es handelt sich dabei um eine ausdauernde Pflanze, die am Rande von Bächen und Seen sowie in Feucht- und Sumpfgebieten wächst. Sie hat einen knollenartigen, hohlen Wurzelstock, einen nackten und zerfurchten Stängel, gefiederte und scharf gesägte Laubblätter und weiße Blüten im schildförmigen Wuchs. Die ganze Pflanze ist giftig, besonders ihre unterirdischen Teile, die leicht mit Pastinaken- oder Petersilienwurzeln verwechselt werden können. Vergessen Sie nicht, ein einziger Wurzelstock des Gift-Wasserschierlings kann den Tod eines erwachsenen Menschen  herbeiführen!

 

Der Wunderbaum oder Rizinus ist eine strauchartige Pflanze mit wechselseitig stehenden Laubblättern und rötlichen Blüten im Blütenstand. Alle Teile sind giftig, vor allem die Samen, die den Giftstoff Rizin enthalten, der sogar gefährlicher sein kann als Schlangengift. Jedoch kann man bei fachgerechter Verarbeitung des Samens das sehr heilsame Rizinusöl herstellen, das zu verschiedenen medizinischen Zwecken verwendet wird.

 

Die Eibe ist ein immergrüner Strauch, der mit seinen zarten dunkelgrünen Nadeln und attraktiven rötlichen Samen besticht. Die Samen bergen das Geheimnis der Gefahr, da sie äußerst giftig sind. Diese Pflanze erkennt man an dem harten, rotbraun gefärbten Holz und den weichen Eibennadeln, die eine linealische Form haben, weswegen sie oft mit der Fichte verwechselt wird.

Die Tollkirsche ist eine strauchartige Pflanze, die in Bergregionen vorkommt. Man erkennt sie an dem spindelförmigen und verzweigten Trieb, den in Paaren stehenden, eiförmigen Blättern, den glockenförmigen braunen Blüten und den schwarzen Beeren.

Auch hier gilt die Regel: tödlich und heilsam. Obwohl alle Pflanzenteile giftig sind, werden die Blätter und die Wurzel der Pflanze zu medizinischen Zwecken verwendet.

 

Die Giftigkeit des Gefleckten Schierlings ist von jeher bekannt; so wurde er bereits von den alten Griechen und Römern bei Hinrichtungen verwendet; der Philosoph Sokrates soll gerade mittels dieser Pflanze vergiftet worden sein. Die Erkennungsmerkmale der Pflanze sind ein starker, langer und hohler Stängel mit bläulichen und roten Fleckchen, eingeschnittene Blätter und weiße Blüten im Blütenstand. Der Gefleckte Schierling wächst an feuchten Orten, an Wegen, in der Nähe von Siedlungen und an Hecken; er trägt eine große Zahl an Früchten und breitet sich so leicht aus.

 

Genießen Sie die Natur und ihre Gaben, aber achten Sie darauf, was Sie pflücken und verzehren, damit sich ein schöner Ausflug in die Natur nicht in eine Katastrophe verwandelt.

Deswegen, wenn Sie nicht absolut sicher sind, mit welcher Pflanze Sie es zu tun haben, fragen Sie einen Fachmann oder, was noch sicherer ist, umgehen Sie die Pflanze! Wenn Ihnen dennoch ein Missgeschick passiert und Sie eine Giftpflanze mit einer genießbaren Pflanze verwechseln, führen Sie selbst ein Erbrechen herbei und suchen Sie schnellstmöglich einen Arzt auf.