Die Legende von Vilin Grad: Vergießen Sie zwei Tränen für den Übergang über die Krka

Die Legende von Vilin Grad: Vergießen Sie zwei Tränen für den Übergang über die Krka

Die Krka ist ein Fluss mit tausend Rollen in einem Naturspektakel, das mit einem weltweiten Blockbuster endet, nämlich mit dem Nationalpark Krka, in dem Seine Majestät, das Wasser, außerirdische Kreationen schafft.  Am oberen Flusslauf ist die Krka friedvoll und ruhig, als bereite sie sich auf das bald folgende Crescendo an ihrer Mündung in die Adria vor. In fast schon unnatürlicher Stille des Tals Carinska Draga, wo sich der Fluss in einer kargen Landschaft gemächlich dahinwälzt,  versteckt sich eine einst mächtige Stadt, zu der ein erhaltener Weg aus mittelalterlichen Zeiten führt.

 

 Zwei Kilometer vom Kloster der Krka entfernt, umarmt von den Felsen der Zagora und eingetaucht in die Düfte des Bora-Windes, verstecken sich die Trümmer von Bogočin, das vom Volk auch als Vilin Grad (Elbenstadt) bezeichnet wird, nach einer Legende, die wie die Krka bereits seit Jahrhunderten in der Volksüberlieferung lebt.

Stanko Ferić

Es ist schon sehr viel Wasser durch die Wasserfälle geflossen, seit in dieser Gegend der reiche Fürst Bogoje lebte. In Bogočin hatte er einen wunderschönen Hof für seinen einzigen Sohn Bogdan und dessen schöne Verlobte Miljeva, die Tochter des mächtigen Banus Domagoj und der vornehmen Banin Čika aus Ključ am Čikol-Fluss, bauen lassen.

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An jenem Tag herrschte im Traumtal eine besondere Atmosphäre. Diener bereiteten die besten Anzüge für die Adeligen vor, und reich geschmückte Pferde wieherten fröhlich in süßer Erwartung des großen Ereignisses – der Hochzeit von Bogdan und Miljeva.

 

Von Ključ aus machte sich eine große Suite nach Bogočin auf, bestehend aus sieben Banen und zwölf Gebietsvorstehern, um das schönste Mädchen des Gebiets in den Ehestand zu begleiten. Fürst Bogdan ritt ihnen entgegen, begleitet von einem reichen Gefolge, dessen glänzende Rüstungen wie Spiegel auf der Wasseroberfläche des Flusses blitzten. Doch plötzlich, als die Hochzeitsgäste zum Hof abgebogen waren, um die Liebe des jungen Brautpaares zu feiern, verdunkelte sich auf einmal der Himmel und der Fluss kam fast zum Stillstand, als ob er Angst davor hatte, was weiter geschehen sollte.

Stanko Ferić

Mit einem ohrenbetäubenden Kreischen, das die Ruhe des Tals zerriss, kam ein Drache angeflogen, ergriff die goldgeschmückte Prinzessin und zog sie in die Tiefen des Brljan-Sees. Der Fürst ritt mutig auf das mächtige Ungeheuer zu, um seine Auserwählte zu retten, doch die geflügelte Bestie zog auch ihn in die eisigen Tiefen der Krka.

Aus tiefster Trauer um seinen Sohn wurde der Fürst Boguje über Nacht alt. Er verteilte fast seinen ganzen Reichtum in der Gemeinde, und mit dem Geld, das ihm verblieben war errichtete er das Kloster Aranđelovac, damit die Geistlichen um seinen unglücklichen einzigen Sohn und dessen Miljeva beteten.

 

Etwas weiter flussabwärts ließ er die zwei Burgen Čučevo und Nečven bauen, als Symbol der Liebe der zwei tragisch verunglückten Seelen, und in die Burgtürme, die bis zum Himmel zu reichen schienen, schloss er zwei Schwestern ein, die das junge Paar Tag und Nacht beweinten und betrauerten.  Danach baute er zwei Brücken – eine am Wasserfall Roški Slap, und den zweiten bei Miljacka, wo Reisende einen Brückenzoll von zwei Tränen für Bogdan und Miljeva zu entrichten hatten.

 

Nachdem er das alles vollendet hatte, ließ Fürst Bogoje die mächtigen Wehrmauern von Bogočin niederreißen. Die einst fröhliche Burg versank in Stille, und der gebrochene Adelige ritt in unbekannter Richtung davon. Danach hat man nie wieder von ihm gehört.

Ivo Biočina

Miljevas Mutter, die Baronin Čika, ließ einen Turm bei Ključ errichten, in dem sie ihr Leben lang um ihre Tochter und ihren Schwiegersohn Bogdan betete. Seit jener Zeit wurde Bogočin als Vilin Grad bezeichnet; der kleine Fluss unterhalb von Ključ bekam den Namen Čikola, und der Raum zwischen diesen zwei Burgen, die so großes Ungemach erlitten hatten, heißt nun Miljevci.