Top-Süßspeisen in Kroatien

Top-Süßspeisen in Kroatien

Um eine Vorstellung von der traditionellen kroatischen Küche zu gewinnen, machen Sie die folgenden zehn Süßspeisen aus verschiedenen Regionen Kroatiens ausfindig und genießen Sie die Aromen und Geschmäcke aus der Kindheit vieler Kroaten.

 

Unter den kroatischen Spezialitäten, die dem Zahn der Zeit standhalten und die Sie zumindest einmal im Leben probiert haben müssen, nehmen Süßspeisen eine besondere Stellung ein, weil sie allen Generationen eine Freude bereiten und den Tag verschönern können, besonders dann, wenn sie mit viel Sorgfalt und Geschick hergestellt wurden. Ganz gleich, ob es sich um eine Nachspeise handelt, die nach dem Mittagessen serviert wird, oder um einen süßen Happen während der Arbeitspause, manchmal reicht ein einziges Kuchenstück, um uns aufzuheitern. Von Slawonien und der Baranja, über Zagorje und Istrien, bis hin zu Dalmatien und Dubrovnik – Kroatien steckt voller Rezepte für Süßspeisen, die bei vielen Kroaten Erinnerungen an ihre Kindheit und an Großmutters Küche wach werden lassen, wo fleißige Hände aus bescheidenen Zutaten wahre Leckerbissen hervorzauberten. Wir haben deshalb zehn traditionelle Süßspeisen ausgewählt, die Sie anstoßen werden, zu erkunden, was die alten Kochbücher der traditionellen kroatischen Küche noch alles bergen.

Schmalzkuchen - Salenjaci

Salenjaci
Maja Danica Pečanić

Die Salenjaci sind süßes Plundergebäck, zu dessen Zubereitung außer hausgemachter Marmelade auch eine wertvolle Zutat verwendet wird, die viele wohl schon längst vergessen haben: Schweineschmalz. Außer Schweineschmalz, das in vielen Süß- und Salzspeisen verwendet wurde, sonderte man beim Schlachten auch das Fett vom Schweinebauch ab, mit dem man sofort die weichen Schmalzkuchen Salenjaci herstellte. Die Salenjaci werden aus Plunderteig hergestellt, der mit Pflaumen- oder Aprikosenmarmelade befüllt wird. Wegen ihrer Schichtstruktur werden die Salenjaci auch als Kuchen mit tausend Blättern bezeichnet. Dieses Merkmal erhält man durch das mehrfache Übereinanderlegen der Teigblätter beim Ausrollen. Die warmen, mit Puderzucker bestreuten Salenjaci sind sättigend und süß – die ideale Wahl für das Frühstück oder eine Zwischenmahlzeit.

Kroštule

Kroštule
Maja Danica Pečanić

Wenn im Februar in istrischen und dalmatinischen Städten die fröhlichen Karnevalszüge starten, dann duftet es fast hinter jeder Ecke nach den Karnevalsleckerbissen, die einfach dazu gehören: die Kroštule. Die lockeren und knusprigen Kroštule sind eine schmackhafte Leckerei, hergestellt aus Eiern, Mehl, Zucker, geriebenen Schalen heimischer Orangen und Butter, also aus Zutaten, die immer in kroatischen Küchen zu finden sind. Das Rezept für diese schnellen Häppchen wird von Generation zu Generation weitergegeben. Vor dem Ausbacken werden die Kroštule nach Wunsch geformt, meistens zu einem Knoten, oder mit Einschnitten, oder es werden Schleifen, Streifen oder sogar Blütenformen gebildet, die dann in heißem Öl ausgebacken werden. Die Zubereitungsweisen unterscheiden sich von Gebiet zu Gebiet und von Familie zu Familie, doch Eines ist sicher: sie schmecken Liebhabern von Süßigkeiten jeden Alters gleichermaßen gut.

Rožata

Rožata
Maja Danica Pečanić

Die Rožata ist eine Dessertspeise, die es geschafft hat, alle historischen Turbulenzen vom Mittelalter bis zur Gegenwart zu überstehen, und das nicht nur in Dalmatien, sondern auch in den übrigen Teilen Kroatiens. Wie viele andere Süßspeisen, die von Generation zu Generation überliefert wurden, wird auch die Rožata aus einfachen und bescheidenen Zutaten hergestellt. Die Grundzutaten dieser cremigen und erfrischenden Nachspeise sind nämlich Milch, Eier und Zucker. Für das einzigartige Aroma sorgt der geschätzte Rosenlikör, als Rosalin oder Rozulin bezeichnet, dem diese Süßspeise auch ihren Namen verdankt. Da es sich um eine kalte und feste Creme handelt, ist die Rožata im Sommer besonders beliebt, als Erfrischung an heißen Tagen, doch sie dient auch oft als Dessertspeise, mit der sich die dalmatinische Küche Gästen aus dem Ausland vorstellt.

Topfenstrudel Štrukli aus Zagorje

Štrukli from Zagorje
Maja Danica Pečanić

Die traditionelle Spezialität der kroatischen Region Zagorje, die Štrukli oder Štruklji aus Zagorje, wurden in jedem Haushalt aus Zutaten zubereitet, die man immer zur Hand hatte. Die Popularität dieser Strudelart bei der lokalen Bevölkerung breitete sich über die Grenzen der Gespanschaften Krapina-Zagorje und Varaždin hinaus, und so werden die Štrukli oft auch zur Präsentation der kroatischen Gastronomie überall auf der Welt zubereitet. In dem Wunsch, die Štrukli aus Zagorje als autochthone kroatische Speise zu schützen, wurde die Kunst ihrer Zubereitung in das Register des immateriellen Kulturerbes der Republik Kroatien eingetragen. Die Štrukli können auf zweierlei Art und Weise zubereitet werden, durch Kochen und Backen, als Süß-, aber auch als Salzspeise. Der mit Kuhkäse gefüllte Basisteig kommt bei beiden Methoden zum Einsatz, wobei die in Salzwasser gekochten Štrukli beim Servieren mit zerflossenem Schmalz übergossen und mit Semmelbrösel bestreut, oder in einer aromatischen Suppe serviert werden können, während die überbackenen Štrukli vor dem Backen noch mit Rahm übergossen werden.

Walnusskuchen und Mohnkuchen

Orahnjača and makovnjača
Maja Danica Pečanić

Der Walnusskuchen (Orahnjača) und der Mohnkuchen (Makovnjača) sind Hefeteigkuchen, die traditionsgemäß zu Festtagen und vielen feierlichen Anlässen gebacken werden, in dem Wunsch, seinen Gästen eine wohlriechende und wohlschmeckende Süßspeise zu servieren. Wie schon der Name sagt, wird die reiche Füllung für die Orahnjača mit Walnüssen zubereitet, während der weiche Teig der Makovnjača mit Mohn befüllt wird. Außer dieser Grundzutat, die den Unterschied zwischen diesen zwei Kuchen bildet, sind die übrigen Bestandteile der Füllung gleich – Zucker, Zimt und Milch. Obwohl Großmutters Kuchen am besten schmeckt, heißt es, dass selbst Anfänger mit dem Walnuss- und dem Mohnkuchen nichts falsch machen können.

Paradižot

Paradižot
Maja Danica Pečanić

Das Paradižet oder Paradižot ist eine leichte dalmatinische Nachspeise, reicher als die typische Rožata, weil die bei ihrer Zubereitung auch Lebensmittel verwendet wurden, die nicht immer leicht zu beschaffen waren. Die erste Schicht des Paradižot bilden Hartkekse, die auf den Boden der Schüssel, in der das Paradižot zubereitet wird, gelegt werden. Um sie zu erweichen, werden die dicht beieinander liegenden Kekse mit Schnaps der Sauerkirschsorte Maraschino beziehungsweise Maraschino-Schnaps beträufelt, oder mit dem Prošek, dem aromatischen und besonders geschätzten Dessertwein. Die nächste Schicht des Paradižot bilden mit dem Löffel abgestochene Eisschnee-Nockerln, gefolgt von einer Eigelbcreme. Zum Schluss wird Kochschokolade auf die Nockerln gerieben. Das Paradižot, das noch immer im Raum des adriatischen Küstenstreifens zubereitet wird, hat Ähnlichkeit mit den einfacheren Schneenockerln, die im kontinentalen Teil Kroatiens zubereitet werden. Beide Süßspeisen sind bei Jung und Alt gleichermaßen beliebt.

Skradiner Torte

Skradin Cake
Maja Danica Pečanić

Eine der beliebten Spezialitäten der Region um Skradin ist eine Nachspeise, ohne die eine Feier oder ein festliches Mittagessen undenkbar wäre; in vergangenen Zeiten wurde sie besonders bei Hochzeitsfesten zubereitet. Die Rede ist von der Skradiner Torte, einem süßen Kuchen, den die Bräute von Skradin im 14. Jahrhundert selbst vor der ersten Brautnacht zubereiteten, um den Mann ihres Herzens zu beeindrucken und ruhig in den Hafen der Ehe einzulaufen. Man geht davon aus, dass das Originalrezept für dieses wohlschmeckende Dessert von nur einigen wenigen Hausfrauen in Skradin gehütet wird, obwohl sich die Liste der Zutaten durch die Geschichte hindurch eigentlich nicht allzu sehr verändert hat. Dieser leckere Kuchen wird mit Eiern aus eigener Haltung, Zucker oder Honig, geriebenen Orangen- oder Zitronenschalen, einem Esslöffel Rum oder Rosenlikör, Vanille und fein gemahlenen Walnüssen und gemahlenen Mandeln hergestellt, mit Betonung auf den Walnüssen, immer drei Mal so viel wie Mandeln vorhanden.

Die Skradiner Torte, mit Schokolade übergossen und mit Mandelblättern oder halbierten Walnusskernen dekoriert, stellt auch die anspruchsvollsten Feinschmecker zufrieden und bringt einen Hauch der Region um Skradin auf den Tisch.

Vierlingsstrudel Gibanica aus Međimurje

Gibanica from Međimurje
Maja Danica Pečanić

Als nördlichste Region Kroatiens grenzt Međimurje an Ungarn und Slowenien, so wundert es nicht, dass in ihrer mehrere Jahrhunderte alten gastronomischen Tradition Einflüsse der umgebenden Küchen zu erkennen sind. Ein besonders opulenter Kuchen, der in diese Kategorie passt, ist sicherlich die Gibanica aus Međimurje, eine schmackhafte Süßspeise, die statt einer Füllung mit sogar vier Füllungen aufwartet! Walnüsse, Mohn, Äpfel und Topfen werden zu einem Vierlingsstrudel verbunden, der mit seiner Saftigkeit begeistert und mit seinem Geschmack Erinnerungen an Obstgärten und Felder wachruft und einen süßen Happen darstellt, der zu jeder Feier dazugehört. Einst wurde dieser Kuchen in Tontöpfen gebacken, die heute durch Metallbleche ersetzt wurden. Die zu seiner Zubereitung verwendeten Zutaten wurden im Laufe des Jahres in Speisekammern der fleißigen Hausfrauen aufbewahrt, während man die Festtage und Volks- und Familienfeiern abwartete.

Samoborer Cremeschnitten

Cremeschnitte from Samobor
Maja Danica Pečanić

Schon allein die Erwähnung Samobors, des charmanten Städtchens, das nur etwa zwanzig Kilometer von Zagreb entfernt ist, ruft bei den meisten Kroaten eine gedankliche Verknüpfung mit den schmackhaften Samoborer Cremeschnitten (Samoborske Kremšnite oder Krempite) auf. Dieser Kuchen mit Creme ist heute in den meisten traditionellen Konditoreien zu finden. Bekannt ist die Cremeschnitte durch ihre leichte gelbe Creme, die aus Eiern, Milch, Zucker und Mehl hergestellt wird und sich zwischen zwei lockeren Blätterteigkrusten befindet, wobei sich unter der oberen Kruste noch eine dünne Schicht aus geschlagenem Süßrahm versteckt. Vor dem Servieren wird der Kuchen in große Würfel geschnitten, die schließlich mit reichlich Staubzucker bestreut werden, der für die Süße des ansonsten nur mäßig süßen Kuchens sorgt.

Fritule

Fritule
Damir Fabjanić

Obwohl sie in Kroatien mit dem Raum Kvarner, Istrien und Dalmatien in Verbindung gebracht werden, haben die Fritule auch in den kontinentalen Teil des Landes Einzug gehalten. Mit der Ankunft der kühleren Tage kann man sie nun fast an jeder Ecke kosten, vor allem in Zagreb, während der Adventszeit. Obwohl sie traditionsgemäß zur Fastenzeit, am Heiligabend oder in der Zeit der Fleisch-Enthaltsamkeit zubereitet wurden, als man sie mit Puderzucker bestreut oder in Kristallzucker gewälzt servierte, solange sie noch warm waren, verzehren wir sie heute gerne mit einem Überguss aus verschiedenen süßen Sirups, etwa mit Schokoladen-, Karamell- oder Walbeerengeschmack. Die weichen und lockeren Fritule werden kurz in heißem Öl frittiert und bekommen so ihre goldgelbe Farbe und knusprige Außenhaut. Die Bällchen aus süßem frittiertem Teig in Häppchengröße sind ein beliebter winterlicher Leckerbissen. Frische und aromatische Fritule sind im Nu weg.