Das Ritterspiel Alka aus Sinj und die Lebkuchen-Backkunst aus dem Norden Kroatiens wurden auf die „Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit“ der UNESCO aufgenommen. Gleichzeitig wurde der Ojkanje-Gesang auf die UNESCO-„Liste des immateriellen Kulturerbes, das eines dringenden Schutzes bedarf“ aufgenommen.
Das Ritterspiel Alka findet seit 1717 jährlich in Sinj im Cetina –Tal statt. Die Teilnehmer reiten im vollen Galopp die Hauptstraße lang und zielen mit ihrer Lanze auf den eisernen Ring, der auf einem Seil hängt. Das Ritterspiel bekam seinen Namen vom türkischen Wort alka, Ring, das die historische Koexistenz und den kulturellen Austausch von zwei unterschiedlichen Zivilisationen wieder spiegelt.
Beim Ojkanje-Gesang beben die Sänger oder Sängerinnen durch verschiedene Techniken ihre Stimme in der speziellen Kehlgesangsart. Jedes Lied dauert so lange wie der Atem des Hauptsängers trägt. Die Melodien basieren auf begrenzten, meisten chromatischen Tonfolgen, in Intervallen, die sich von den heute üblichen unterscheiden, während die Verse verschiedene Themen, von der Liebe bis hin zur aktuellen sozialen Thematik oder Politik decken.
Die Lebkuchen-Backkunst entstand im Mittelalter in verschiedenen europäischen Klöstern. Als die Technik den kroatischen Norden erreichte, wurde es zum Handwerk. Die essbaren Lebkuchen werden nach Modellen geformt, gebacken, getrocknet und anschließend mit lebensmittelechten Farben gefärbt. Jeder Handwerker schmückt seine Lebkuchen auf seine Weise, oft mit Bildern, kleinen Spiegeln, Versen oder Botschaften, das häufigste Motiv ist das Lebkuchen-Herz.
Neben der Alka von Sinj, der Lebkuchen-Backkunst und dem Ojkanje-Gesang wurden auch der spanische Flamenco, die Pekinger Oper, die Akupunktur, sowie die aserbaidschanischen und iranischen Teppiche auf die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen.
Momentan ist Kroatien mit zehn immateriellen Kulturgütern auf der UNESCO-Liste vertreten, was es zum führenden europäischen Land in diesem Bereich macht.
Schon auf dem Treffen in Abu Dhabi 2009 wurden sieben kroatische immaterielle Kulturgüter auf die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen: das Dubrovniker Stadtfest des hl. Blasius, die Zweistimmigkeit der engen Intervalle aus Istrien und des Küstenlandes, die traditionelle Kunst des Holzspielzeugbaus der Region Zagorje, der Frühlingsumzug der Königinnen oder „ljelje“ aus Gorjani, die Kreuzprozession auf der Insel Hvar, der jährliche Karnevalszug der Glockenläuter „zvončari“ von Kastav und die Kunst der Spitze in Kroatien (Insel Pag, Insel Hvar, Lepoglava).
Insgesamt stehen im Moment 229 Kulturgüter aus 87 Ländern auf der UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes. Es werden Künste und Ausdrücke auf die Liste aufgenommen, die die Vielfalt des immateriellen Kulturerbes und das Bewusstsein über ihre Bedeutung stärken. Durch internationale Kooperationen wird den Trägern zusätzlich geholfen, das Kulturerbe, das trotz der Anstrengungen der lokalen Gemeinden zu verschwinden droht, zu schützen und am Leben zu erhalten.
Ministerium für Kultur
www.mint.hr