Im Norden der
istrischen Halbinsel, zwischen Oprtalj und Grožnjan liegt auf einer 240
Meter hohen Bergkuppe die Ortschaft Završje, ein Malerisches Städtchen,
dass einst mit einer doppelten Ringmauer befestigt war. Die Stadtmauer
ist stellenweise noch immer sichtbar und hatte einst zwei Stadttore, von
denen heute nur noch eins erhalten ist. Auf diesem Stadttor kann man
mehrere Holzreliefs und das Wappen der Familie Contarini erkennen, in
dessen Besitz sich dieses Lehnsgut drei Jahrhunderte lang befand.
Eine gepflasterte Gasse führt zur Anhöhe mit der Holzkirche der
Muttergottes vom Rosenkranz mit einem Campanile. Die Kirche weist eine
halbrunde Apsis und ein Spitzbogenportal mit der Jahrestafel 1879 auf,
dem Jahr in dem es zum letzten Mal restauriert wurde. Sie wurde im 16.
Jh. errichtet und 1634 renoviert, wobei von den ursprünglich vier
Altären nur zwei übrig geblieben sind. Das Kircheinnere war einst mit
silbernen Kerzenleuchtern und Kandelabern aus dem 18. Jh. verziert und
zum Kirchenschatz gehörte auch ein prachtvoller Becher mit
Emaille-Medaillons aus dem Jahr 1476. Dieser wurde Ende des 18. Jhs.
verkauft, und etwas später in die Sammlung Rothschild aufgenommen. Heute
befindet er sich im Pariser Louvre. Die gotische Monstranz mit der
Darstellung der Jungfrau Maria, des hl. Johannes und des auferstehenden
Christus ist eine Schenkung aus dem Jahr 1849.
Neben der Kirche steht der 22 m hohe Glockenturm am höchsten Punkt des
Berges. Der Campanile, diente einst als Wehrturm und bot seinerzeit
Wächtern sowie Beobachtern Schutz. Er weist noch eine Besonderheit auf:
Anstelle eines Turmhelms schließ der Campanile mit geradem Mauerwerk ab,
das mit Zinnenkronen und Brustwehr gekrönt ist. Von der Wehrplattform
hatte man einen weiten Blick ins Land, sodass sich kein Feind der Stadt
unbeobachtet nähern konnte. Wegen des Überhangs von 40 cm auf der
Nordseite, wird dieser Glockenturm auch „Schiefer Turm“ genannt. Sein
Mauerwerk schließt mit sieben Zinnenkronen, und unmittelbar unter der
Warte befindet sich der Glockenraum mit großen Zwillingsfenstern mit
Rundbögen.
Vor dem Nordtor wurde die großräumige Johannes-und-Paulus-Kirche
errichtet, die heutige Pfarrkirche, die 1792 restauriert wurde. Das
Kircheninnere birgt fünf Altäre und ist reich verziert. Der Altar der
Seeligen Muttergottes vom Rosenkranz ist eine Stiftung des Adligen
Besenghi aus dem Jahr 1792. Von der Kirchenflanke betrachtet, kann man
ein sog. Glockengiebel aus Sandstein erkennen. Vor dem Stadttor, das
hinab in das Tal führt, liegt die kleine Rochuskirche aus 1556, und ein
Kilometer nördlich des alten Friedhofs mit der St.-Andreas-Kirche.
Završje war noch vor der Römerzeit besiedelt, was auch zahlreiche Funde
aus vorrömischer Zeit bestätigen. Hier wurden auch einige römische
Grabstätten und Inschriften entdeckt und ebenso die Reste der sog. Via
consularia, vermeintlich der ersten Straße, die durch das Landesinnere
von Istrien verlief. Neben ihr wurde 1885 eine Grabtafel gefunden, mit
einer Inschrift in der zahlreiche historisch bedeutsame Persönlichkeiten
genannt werden. Der ursprüngliche Name dieser mittelalterlichen Stadt
lautete Piemonte, und ist noch heute in der Sprache der italienischen
Minderheit erhalten. Unter diesem Namen war die Stadt noch 1102 bekannt,
als sie vom istrischen Markgrafen Ulrich II. dem Patriarchen von
Aquileia geschenkt wurde.
Der historische Stadtkern von Završje steht als städtebauliches Ensemble
unter Denkmalschutz, und ist in das Register der Kulturgüter der
Republik Kroatien eingetragen.
Tourismusverband der Region Istrien (Turistčka zajednica Istarske županije)
www.istra.com
Tourismusverband der Gemeinde Grožnjan (Turistička zajednica Općine Grožnjan)
www.istria-groznjan.com